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'Luftlose“ Kosmetika



04.05.09 Neue Verpackung
Die Anforderungen der Kosmetik-Industrie wachsen ständig. Um die Qualität der Produkte zu erhöhen, werden neue Inhaltsstoffe eingesetzt und immer häufiger auf Konservierungsstoffe verzichtet. Damit die Cremes, Liquida und Gels trotzdem haltbar bleiben, sind neue Verpackungen gefragt. Mit airless Spendersystemen wird verhindert, dass der Luftsauerstoff mit den Pflegemitteln in Berührung kommt. groninger entwickelte für das neue System eine innovative Füll- und Verschließmaschine.

Seit 1983 stellt Dr. Irena Eris in Polen hochwertige kosmetische Produkte her. Zunächst ein kleiner Ein-Personen-Betrieb, sind heute rund 500 Mitarbeiter damit beschäftigt, jeden Monat Millionen von Flaschen, Tiegeln und Airless-Gebinde mit Kosmetika herzustellen und an die Frau bzw. an den Mann zu bringen. Laut Aussagen des Unternehmens, gehört „Dr. Irena Eris“ zu den wertvollsten und bekanntesten polnischen Marken. Die Premium-Produkte werden vor allem in Osteuropa und in den USA über Apotheken und Drogerien vertrieben. Zum Schönheitskonzern gehören Spa-Hotels und ein wissenschaftliches Institut. Wichtigste Werte für das Unternehmen mit Sitz in Piaseczno, südlich von Warschau, sind qualitativ hochwertige Produkte. Mit diesem Anspruch suchte das Unternehmen 2007 nach einem Partner für Füll- und Verschließmaschinen.

Die Anlage sollte flexibel, je nach Anforderung, unterschiedlich große Cremetiegel, Airless-Gebinde oder Flaschen befüllen und mit Aufdrück- oder Schraubverschlüssen bzw. mit Airless- oder normalen Steigrohr-Pumpen verschließen. Die Produkte, Cremes, Liquida und Gels, sind niedrig bis höchst viskos. In der Angebotsphase herrschte ein starker Wettbewerb deutscher Spezialmaschinenbauer – das polnische Unternehmen stellt an das Engineering große Anforderungen. Dr. Irena Eris hat sich für die Lösung von groninger entschieden, weil die Anlage flexibler und wesentlich modularer aufgebaut ist. Während der Entwicklungszeit der Maschine seien Änderungen möglich gewesen.

„Die Anfrage war sehr anspruchsvoll“, betont Hubertus Ritzenhofen, Produktmanager bei groninger. „Wir haben aber durch die Modifikation einer unserer Standardmaschinen eine gute Lösung gefunden“. Da die Kosmetikindustrie stark vom Marketing getrieben wird, sind häufige Produkt- und Formatwechsel an der Tagesordnung. Der Wunsch von Dr. Irena Eris war desweiteren eine Anlage mit einem großen Füllbereich (15 bis 500 Milliliter Inhalt). Bei diesen Vorgaben kam nur eine Maschine mit flexiblem Becherträgersystem in Frage: Durch den schnell austauschbaren Objektträger und (ohne aufwendige Justierarbeiten) können verschiedene Formate – der Querschnitt ist fast beliebig wählbar – gefüllt werden. Derzeit sind allerdings fast ausschließlich Airless-Pumpensysteme im Einsatz. Die innovative Konstruktion verhindert während der Cremeentnahme, dass Luft nachströmen kann und mit dem Produkt in Verbindung kommt – der Schleppkolben folgt dem Produkt und sorgt für eine fast restfreie Entleerung des Behälters.

Die Einzelteile der Airless-Pumpe werden auf der Anlage nacheinander zusammengefügt. Damit in den Behältnissen keine Reste von Kartonage oder andere störenden Partikel mehr enthalten sind, werden sie vor der Füllstation zunächst ausgeblasen und die Partikel abgesaugt. Um bei der Befüllung flexibel zu sein, bevorraten zwei getrennte Vorlagebehälter je ein Produkt. So kann beispielsweise eine sichere Zwei-Komponenten-Abfüllung mit unterschiedlichen Produkten erfolgen, oder es wird zwei-stellig gefüllt um eine möglichst hohe Ausbringungsrate zu erzielen. Große Volumina werden durch eine Mehrfachdosierung (z. B. Doppelhub) realisiert.

Bevor die Behälter verschlossen werden, minimiert die Begasung mit Stickstoff (N2) den Sauerstoffgehalt im Produkt – die ohne Konservierungsmittel hergestellten Cremes, Liquida und Gels sind so länger haltbar. Nach dem Füllvorgang wird der Schleppkolben, der bei der Anwendung aufgrund der Vakuumwirkung mit dem Produkt mitzieht, mit Hilfe eines Kamerasystems genau positioniert. In der Verschlussmitte befindet sich ein Ventil, das an der nächsten Station zum luftfreien Abschließen verschlossen wird. Schließlich erhält die Airless-Pumpe auf dieser multifunktionellen Verschließmaschine eine Bodenplatte und an der nachfolgenden Station ihr spezifisches Etikett.

„Mit Dr. Irena Eris haben wir“, so Bernd Bleher, Verkaufsleiter für den Produktbereich Kosmetik bei groninger, „den Einstieg in ein interessantes Marktsegment der mittelständischen polnischen Kosmetikindustrie geschafft“. International tätige Kosmetik-Unternehmen produzieren auch in Polen schon seit langem auf groninger-Anlagen.