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„U-Boot“ spürt Geschwüre auf


29.02.12 Hohenloher Tageblatt
Spende von Horst Groninger ermöglicht Einsatz der Kapselendoskopie-Technik
Wenn klassische Magen- und Dickdarmspiegelungen die Ursache einer „unklaren Blutung“ nicht aufdecken konnten, kann im Klinikum Crailsheim seit Kurzem ein winziges „U-Boot“ eingesetzt werden.
Crailsheim. Die sogenannte Kapsel-Endoskopie ist ein ergänzendes Diagnoseverfahren speziell für den Dünndarm. Der Unternehmer Horst Groninger hat die Anschaffung mit einer Spende von 10 000 Euro ermöglicht. Diese neue Technik trägt mit dazu bei, das Leistungsspektrum der Gastroenterologie in Crailsheim auszubauen.
Schon beim ersten Einsatz der neuen Technik war die Untersuchung erfolgreich: Bei einer Patientin wurden mit der Videokapsel im Dünndarm die Ursachen für unklare Blutungen entdeckt. Bei den vorausgegangenen Untersuchungen mit dem Endoskop hatte man Blutungsquellen im Magen beziehungsweise Dickdarm definitiv ausschließen können. Das erklärten Chefarzt Dr. Erich Gmähle und die Leitende Oberärztin Helene Sawitzki bei einem Besuch von Horst Groninger. Sie zeigten dabei, wie die Kapsel-Endoskopie funktioniert und welche Vorteile diese Diagnosetechnik bietet. Horst Groninger war außerordentlich angetan von den großartigen Fortschritten in der Medizintechnik und von den positiven Entwicklungen im Klinikum Crailsheim.
Damit die Optik des „diagnostischen U-Boots“ bei seiner Fahrt durch den Dünndarm klare Bilder liefern kann, ist eine Darm-Reinigung, ähnlich wie bei einer Koloskopie (Dickdarmspiegelung) erforderlich. Die nur 25 Millimeter große Videokapsel wird geschluckt und sendet bei ihrer mehrstündigen Passage des Dünndarms kontinuierlich Bilder an ein Aufnahmegerät, das der Patient bei sich trägt. Die Einweg-Kapsel wird durch die Eigenbewegungen des Dünndarms transportiert und auf natürlichem Weg ausgeschieden. Ausgewertet wird der Videofilm durch einen Arzt am PC.
Die neue Kapsel-Endoskopie ist eine wenig belastende und bei unklaren Darmblutungen nicht zu ersetzende Untersuchung. Zudem können Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) beziehungsweise Dünndarmpolypen von der neuen Diagnosetechnik profitieren.
Allerdings verursacht die Untersuchung nicht unerhebliche Kosten und ist in der Auswertung zeitintensiv. Daher benötigen gesetzlich Versicherte eine Kostenübernahmeerklärung ihrer Krankenkasse. Die Videokapsel ist ein reines „Aufklärungs-U-Boot“. Werden kleinere Gefäßmissbildungen im Dünndarm festgestellt, können sie bei einer Endoskopie verödet werden. Lokalisiert der Arzt bei der Auswertung Polypen oder Geschwüre, werden Proben zur Untersuchung ebenfalls im Rahmen einer Enteroskopie entnommen. Als nächster Schritt wird im Klinikum Crailsheim die Ballon-Enteroskopie etabliert. Dabei wird ein zwei Meter langes Endoskop Schritt für Schritt in den Dünndarm vorgeschoben. Mithilfe eines Ballons wird der Dünndarm auf das Instrument „aufgefädelt“, um an die vom „Aufklärungs-U-Boot“ entdeckten Blutungsquellen oder Polypen beziehungsweise Tumore heranzukommen. Das Ballon-Endoskop kann dabei – abhängig von den zu bearbeitenden Stellen im Dünndarm – oral oder anal eingeführt werden.

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