Spatenstich: Standort Schnelldorf wird erweitert

Standort Schnelldorf wird kräftig ausgebaut / Neuer Marktbereich Consumer Healthcare.

Neben seinen bekannten Produktbereichen „Pharma“ und „Kosmetik“ will sich der Spezialmaschinenhersteller über die Sparte „Consumer Healthcare“ ein weiteres wirtschaftliches Standbein aufbauen.

Schnelldorf. Für Klaus Kleinert war der Spatenstich wirklich ein Grund zum Feiern: „Die Firma Groninger schiebt mit der Erweiterung die wirtschaftliche Entwicklung von Schnelldorf weiter an und daneben“, so der zweite Bürgermeister der bayerischen Grenzgemeinde in seiner kurzen Ansprache, „wirkt das Engagement des Unternehmens ja nicht nur direkt am Standort, sondern strahlt auch weit in die Region aus.“ Ein Ball, den Firmengründer Horst Groninger gern aufnahm und zurückspielte: „Wir haben hier ideale Standortbedingungen mit einer direkten Anbindung an internationale Verkehrsachsen, der Nähe zum Flughafen in Nürnberg und werden auch von der Verwaltung immer großartig unterstützt.“

Doch der Anstoß zu einer deutlichen Erweiterung des Firmenstandortes Schnelldorf ist natürlich auch den Gegebenheiten des Marktes geschuldet. Die höhere Lebenserwartung, aber auch das gesteigerte Gesundheits- und Schönheitsbewusstsein, lässt die Nachfrage nach nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sprunghaft steigen. Der sogenannte OCT-Markt (Over the Counter) wächst stetig, Mittel gegen Erkältungen, zur Mundhygiene, zur Nahrungsergänzung oder Haut und Haarpflege boomen. Die steigende Nachfrage renommierter Hersteller fördert in Folge auch die Anfragen nach entsprechenden Produktionsanlagen.

Gut gelaunt beim Spatenstich für ein Großprojekt.

„Die Verbraucher fragen verstärkt Produkte auf natürlicher Basis nach, meist soll es auch ohne Konservierungsstoffe sein“, erklärt Geschäftsführer Jens Groninger. „Das verlangt dann unter anderem eine keimfreie Abfüllung.“

Zwar macht das eine völlig sterile Abfüllung, wie etwa in der pharmazeutischen Industrie weitgehend üblich, nicht notwendig, doch sind die technischen Anforderungen an die Füll- und Verschließmaschinen deutlich höher als bei Anlagen für klassische Kosmetika, wie etwa die für eine Feuchtigkeitscreme oder eine Body-Lotion. Aufbauend auf den bestehenden Maschinenprogrammen haben sich die Groninger-Techniker „hier doch einige besondere Kniffe einfallen lassen“. Volker Groninger, der als Geschäftsführer den Standort Schnelldorf leitet: „Es ist der Übergang zwischen Konsum- und Gesundheitsindustrie, den wir mit unseren Weiterentwicklungen nun schließen.“

Im Jahr 2001 verlagerte Groninger die Fertigung- und Montage seiner Anlagen für den Bereich Kosmetik vom Stammsitz in Crailsheim nach Schnelldorf. 2007 wurde erstmals erweitert, heute arbeiten dort 207 Beschäftigte und der Standort ist an seinen Kapazitätsgrenzen angekommen. Weil die geforderten Maschinentypen technisch näher an den „Kosmetik-Anlagen“ liegen, entschloss sich das Familienunternehmen die Produktsparte „Consumer Healthcare“ in der bayerischen Nachbarschaft anzusiedeln.

Entstehen wird ein dreigeschossiges Bürogebäude (1000 Quadratmeter), eine Montagehalle (2000 Quadratmeter) sowie eine Lagerhalle (1500 Quadratmeter). Insgesamt investiert Groninger in den Ausbau des Standortes rund sechs Millionen Euro. Dabei wird nicht nur in den Maschinenhallen und Büros modernste Technik installiert, auch in Sachen Energieversorgung setzt Groninger hier Maßstäbe.

Zum Einsatz kommt unter anderem eine Einspeicherheizung, die nach dem Prinzip eines Wärmetauschers den veränderten Aggregatzustand (flüssig/gefroren) von Wasser im Winter zum Heizen oder im Sommer zum Kühlen nutzt. „Wir wollen damit zeigen, dass wir als Familienunternehmen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und nachhaltiges Wirtschaften für uns keine Floskel ist“, erklärt Jens Groninger.„Wir bauen hier ein weiteres Stück Zukunft“.

„Hier kommt neueste Versorgungstechnik zur Anwendung“, sagt auch Gert Stirn. Der Architekt weiß auch, dass nicht nur die zukunftsorientierte Heiztechnik den Bauarbeitern einiges abverlangt. Jochen Metzger, Bereichsleiter Schlüsselfertiges Bauen beim ausführenden Bauunternehmen Leonhard Weiss, ist aber zuversichtlich: „Der Zeitplan ist eng, die Anforderungen hoch und doch werden wir die Termine halten.“ Zur Weihnachtsfeier Mitte Dezember sollen Montagehalle und Büros bezugsfertig sein. Der endgültige Abschluss der Bauarbeiten ist dann für April kommenden Jahres angesetzt.

Das enge Zeitkorsett ist nötig, da Groninger zum einen die verstärkte Nachfrage schnell bedienen will und zudem den Geschäftsbereich Consumer Healthcare gezielt ausbaut. Dazu sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein die neuen Büros sind für rund 100 neue Mitarbeiter ausgelegt. Doch dabei muss es nicht bleiben. Jens Groninger: „Wir gehen dieses Geschäftsfeld mit großem Optimismus an und sehen hier viel Potenzial“.

Bericht: Heribert Lohr

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